Werkstoffe und Techniken
Holz
In Europa setzt die qualitätvolle Verarbeitung von Hölzern erst im Mittelalter ein. Verbessertes Werkzeug und die Spezialisierung im Handwerk ermöglichen die Herstellung einer Vielzahl von Gegenständen. Klerus, Fürsten und Patrizier bilden für mehrere Jahrhunderte die wichtigsten Auftraggeber für immer raffiniertere Arbeiten. In der Barockzeit führen vor allem französische und deutsche Ebenisten die Kunsttischlerei zu seither unerreichter Höhe. Bis in unsere Zeit ist Holz ein vielseitiger, attraktiver, weil nachhaltiger, Werkstoff geblieben.
Glas
Die Geschichte des Glases und seiner Verarbeitung läßt sich anhand musealer Sammlungen weit zurückverfolgen: von den Schalen aus der Zeit Alexanders des Großen über die mittelalterlichen Stangengläser und die bunt bemalten Zunftkrüge bis zu den elegant geschliffenen Pokalen der Barockzeit, vom fragilen venezianischen Fadenglas und den nicht minder zarten Art Nouveau-Vasen des Louis C. Tiffany bis hin zu Objekten zeitgenössischer Glaskunst. Der Vielfalt der technischer Verarbeitung und der künstlerischen Gestaltung waren kaum je Grenzen gesetzt.
Elfenbein
Seit der griechischen Antike, als etwa von Phidias die größten Tempelstatuen in Elfenbein gearbeitet wurden, sind aus diesem Material immer wieder figürliche und dekorative Werke entstanden. Schwerpunkte in den Sammlungen und Museen sind sakrale Arbeiten, Statuetten und Reliefs vom Mittelalter bis zur Barockzeit.
Keramik
Von den Idolen kykladischer Inseln und der Töpferkunst der alten Griechen führt ein langer Weg zu den Kunstwerken europäischer Porzellanmanufakturen. Bei einem Streifzug durch die Jahrhunderte wird die Entwicklung keramischer Werkstoffe an den verschiedensten Objekten veranschaulicht. Stationen sind die Hafnerwaren des späten Mittelalters, die italienischen Majoliken, die französischen und deutschen Fayencen. Am Ende der Betrachtung stehen Arbeiten zeitgenössischer Keramikkünstler.
Der Weg des Porzellans
Am Anfang standen Importe chinesischer Porzellane nach Europa und die Versuche zu ihrer Nachahmung. Zinnglasuren und Blaumalerei auf herkömmlichen Tongefäßen konnten die Eleganz und Zartheit der begehrten Vorbilder nur unvollkommen imitieren, die milchige Transparenz seines Scherbens blieb ihnen vollends verwehrt. Mit der Erfindung des europäischen Porzellans in Dresden und seiner raschen Verbreitung bricht ein neuer Abschnitt in der Geschichte dieses edlen Materials an.
Kunststoffe
Federhalter und Zahnbürste, Kaffeekanne und Wasserkocher, Designerstuhl und Schreibtischlampe - alles Plastik. Mit der Erfindung des Hartgummis zur Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Aufstieg der neuen, künstlich erzeugten organischen Werkstoffe. Als Ersatz für edlere Materialien haftete ihnen lange der Makel des Minderwertigen an. Ihre weitgehende Akzeptanz kam mit der Entwicklung der vielseitigen Polymerprodukte nach dem 2. Weltkrieg. Trotz mancher Vorbehalte gelten Kunststoffe bis heute als unentbehrliche eigenständige Werkstoffe mit einem breiten Spektrum an Eigenschaften und Anwendungen.
