Rundgänge durch die Sammlungen
Dieses Haus mit seinen reichen kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen kenne ich seit mehr als 20 Jahren. Entsprechend vielfältig ist die Auswahl an Themenangeboten für Gruppen. Der überwiegende Teil dieser Themen kann auch als Vortrag mit Lichtbildern geboten werden (s. Vorträge).
Mittelalter - Renaissance - Manierismus (Stilgeschichte 1)
Gezeigt wird die handwerklich-künstlerische Entwicklung dieser Epochen in enger Verbindung mit jeweiligen Lebensauffassungen und Weltbildern. Sie finden sich geformt in Objekten aus Bronze und Edelmetallen, Elfenbein und Glas, Stein und Holz. Im Mittelpunkt stehen Möbel, deren Form und Verarbeitung besonders anschauliche Vergleiche von vergangenen und gegenwärtigen Lebens-, Glaubens- und Kunstvorstellungen ermöglichen.
Barock - Rokoko - Louis Seize (Stilgeschichte 2)
Das absolutistische Zeitalter setzt ein mit dem Ende des 30jährigen Krieges. Frankreich wird zur kulturell führenden Kraft, Ludwig XIV. zum Exponenten einer höfischen Kultur, die sich in ganz Europa verbreitet. Praktische Lebensart ('savoir vivre'), Wissenschaften, Kunst und Technik erfahren bis dahin ungekannte Verfeinerungen. Luxus wird zum Ausdruck höchsten Raffinements und ist bald auch für Könige nicht mehr bezahlbar. Die Folgen sind Staatsbankrott, Krisen, Flucht in Idyllen, Revolution. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine der schillerndsten Epochen europäischer Kulturgeschichte.
Klassizismus - Biedermeier - Historismus (Stilgeschichte 3)
Mit dem Beginn des bürgerlichen Zeitalters halten die Prinzipien der Antike aufs neue Einzug ins europäische Denken und Handeln. Recht und Freiheit lauten die Forderungen, Erziehung und Bildung werden zur Maxime. Der Klarheit der Gedanken folgt die Klärung der Formen, im öffentlichen wie im privaten Leben. Nach der Jahrhundertmitte, im Zeichen von Nationalismus und Industrialisierung, geht vieles zu schnell. Geschichte soll legitimieren, ganz nach momentanem Bedürfnis und Geschmack. Die Zeit des Historismus bleibt widersprüchlich und zählt dennoch zu den erfindungsreichsten in der europäischen Geschichte.
Jugendstil - Moderne - Gegenwart (Stilgeschichte 4)
Die Zeit der Jahrhundertwende ist geprägt von großen Gegensätzen, vom Fortschrittsoptimismus der Weltausstellungen und den Ängsten des 'Fin du Siecle', von akademischer Beharrung und sezessionistischer Befreiung. Jugendstilkünstler werden zu Mitbegründern des Deutschen Werkbundes, aus dem in zweiter Generation die Avantgardisten der 20er Jahre hervorgehen. Allen voran: Gropius und Mies van der Rohe. Nach dem furchtbaren Intermezzo des Nationalsozialismus folgt in den 50er Jahren in Deutschland eine 'Zweite Moderne'. Deren stete Vereinfachungen führen auch zur Banalisierung der Formen, schließlich zur 'Unwirtlichkeit der Städte' und so zur Postmoderne.
